Lunas Zäpfle
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« am: 07. Dez 2010, 19:06 » |
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Ich hatte in einem nun für mich gesperrten Thread unter anderem das Gedankenspiel angefangen die Überbevölkerung mit Geburtenkontrolle und Kindererlaubnisschein unter Kontrolle zu bekommen. Ursprünglich war diese Idee aus meinem Spruch geboren: Um ein Auto fahren zu dürfen bracuht man einen Führerschein, aber jeder Depp darf Kinder bekommen. Ich denke der Satz sagt deutlich worum es mir geht. Wichtig war auch die Frage WER genau etwas von Bevölkerungswachstum hat. Meine Antwort darauf war, dass ausschließlich die Wirtschaft (auch Staatswirtschaft, Rentenkasse) etwas davon hat. Hauptidee dabei war nicht allen Menschen einfach pauschal zu erlauben Kinder zu bekommen. Ich schlug ein Genehmigungsverfahren angelegt an das Adoptionsverfahren vor (nur rein theoretisch und unabhängig von dem erheblichen Verwaltungsaufwand). Einwürfe waren: Jeder hat das Recht Kinder zu bekommen, das kann man niemandem absprechen.
Doch natürlich kann man das. Lediglich ethische Gründe stehen dagegen. Zudem wurde genau das in China sehr lange getan. Man hat den Eltern halt nur das Recht abgesprochen ein Zweites Kind zu bekommen. Und nur die wenigsten haben sich die Strafe für ein 2.Kind leisten können und auch in Kauf genommen. Diese 1-Kind-Politik geschah ja nicht willkürlich sondern aus einer vernünftigen Überlegung heraus. Das China nun ein Überalterungsproblem hat ist auch nur vorübergehend. Das weitere Problem der Rentenkasse ist systembedingt und für mich kein Gegenargument. Bezogen auf eine Art Adoptionsverfahren zur Erteilung einer Kindergenehmigung schrieb Powergirl: Jemand, der mit 20 vielleicht als "untauglich" gilt, kann mit "30" seine Situation schon verbessert haben. Da sehe ich kein Problem. Dann kann das Paar ja nochmal einen Antrag stellen und das erneut prüfen lassen. Wird im Adoptionsrecht nicht anders sein. Ich will auch niemandem seine vorhandenen Kinder wegnehmen wollen oder nur den "Reichen" Kinder erlauben weil zur Kindererziehung mehr als nur "ausreichend" Geld gehört, welches aber natürlich einer der Grundvoraussetzungen für soziale Stabilität darstellt. Ich finde man MUSS in wichtigen Fragen die Interessen des Einzelnen der Gesellschaft und -noch wichtiger- der Erde unterstellen. Aber für so einen Gedanken sind die Menschen einfach zu egoistisch und zu wenig zukunftsbedacht, vor allem in Deutschland. Man will seine Kinder schützen, aber um die weiteren Generationen sorgt sich kein Mensch. Daher ist das ganze auch nur hypothetisch und zwar genau so wie ich es geschrieben habe. Weitere Einwürfe von Powergirl Du willst nur eine passive Evolution, aber was du forderst, ist ein aktives Eingreifen. Auch ein Mensch mit einer Erbkrankheit kann sich fortpflanzen und je schlimmer die Krankheit, desto eher wird langfristig seine Linie auch nicht mehr überleben. DAS ist passive Aussortierung. Aber nicht: Du darfst keine Kinder kriegen. Da hast Du recht. Aber gut, dann lassen wir das eben weg. Ich verstehe schon, dass es dir nicht ausreicht, an die Vernunft der Menschen zu appelieren, aber es gibt Bereiche, in die man nicht eingreifen kann. Was du machen könntest, wäre zum Beispiel keine staatliche Unterstützung für die Familien, bei denen du die Eltern für untauglich hältst, sodass die Kinder dann verhungern müssen. Doch man kann in alles eingreifen. Einziges Gegenargument bleibt immer die Ethik (und auch die ist eine Erfindung des Menschen). Soviel mal zum Grundsätzlichen. Und zu Deinem Beispiel: Äh, hallo? jetzt fängst Du an wie Krebsi. Nuschel ich? Ich will niemanden verhungern lassen. Die beschränkte Kinderpolitik reicht doch völlig aus, ich nenne mal wieder einfallslos China als Beispiel. Hat doch prima geklappt. Nochmal meine Gegenfragen um vielleicht mal etwas deutlich zu machen worum es mir geht: Wie sehr zu befürworten ist es daß eine Heroinabhängige ein Kind bekommt? Mal als Extrembeispiel. Ich kann es wirklich nicht glauben dass das niemand verstehen kann und pauschal die "gleiches Recht für alle"-Karte zieht. Wir haben doch alle einen Kopf um mal 5 Minuten die Vernunft über die Gefühle zu stellen? WEM wird denn weh getan bei meinem Vorschlag? Was ist langfristig (mehrere Generationen) daran schlecht? EuroPolitiker würden sich eh auf eine Verkomplizierung der Dinge einlassen: Wer kein Kind will, kann ja sein Kindrecht an ein Paar abtreten welches gerne 2 Kinder hätte, Na, ist das nicht großartig  ?
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« Letzte Änderung: 07. Dez 2010, 19:43 von Lunas Zäpfle »
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« Antworten #1 am: 07. Dez 2010, 20:04 » |
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Ich verstehe schon, dass es dir nicht ausreicht, an die Vernunft der Menschen zu appelieren, aber es gibt Bereiche, in die man nicht eingreifen kann. Was du machen könntest, wäre zum Beispiel keine staatliche Unterstützung für die Familien, bei denen du die Eltern für untauglich hältst, sodass die Kinder dann verhungern müssen. Doch man kann in alles eingreifen. Einziges Gegenargument bleibt immer die Ethik (und auch die ist eine Erfindung des Menschen). Soviel mal zum Grundsätzlichen. Und zu Deinem Beispiel: Äh, hallo? jetzt fängst Du an wie Krebsi. Nuschel ich? Ich will niemanden verhungern lassen. Die beschränkte Kinderpolitik reicht doch völlig aus, ich nenne mal wieder einfallslos China als Beispiel. Hat doch prima geklappt. Okay, du nennst China als Beispiel und was war da Praxis? Familien, die mehr als 1 Kind bekamen, mussten eine Strafe bezahlen. Ganz abgesehen davon, dass dies zur Ermordung zahlreicher Mädchen geführt hat (denn, wenn schon nur 1 Kind, dann wenigstens ein Junge), bedeutet eine Geldstrafe für diese Familien nichts anderes als den Verzicht auf staatliche Unterstützung, den ich oben vorgeschlagen habe. Anstelle dass die Eltern unterstützt werden, müssen sie nun selbst was bezahlen. Und für dich klingt verhungern jetzt vielleicht zu drastisch, aber wenn ich ganz "evolutionär" denke, ist dies das Ende von Menschen, die in Armut leben müssen. Ich weiß also nicht, was aus deiner Perspektive gegen den Vorschlag "keine staatliche Unterstützung für diese Eltern" sprechen soll. Du sagst immer, man muss den Menschen so sehen, wie er ist... nun der Mensch ist eben nicht nur ein Vernunftswesen, sondern auch ein Triebwesen, überdies haben Menschen ein Bedürfnis nach Transzendenz und auch die Ethik bezeichnest du als menschliche Erfindung. Ich finde, du widersprichst dir selbst und merkst dies sogar, wenn du verlangst, dass Menschen nur den Verstand gebrauchen sollen, aber gleichzeitig man den Menschen als ganzheitliches Wesen berücksichtigen soll.
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Lunas Zäpfle
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« Antworten #2 am: 07. Dez 2010, 22:46 » |
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Weißt Du was unser Problem ist? Das Denken von uns beiden ist völlig anders strukturiert. Ich glaube wir "denken" aneinander vorbei. Du denkst sehr kompliex und beziehst möglichst viele Parameter mit ein. Dadurch kommst Du von einem Problem auf ein anderes Nebenproblem. zB: Ja, es wurden Mädchen getötet, aber das hat ja völlig andere Gründe und ist eine ganz andere Baustelle. Diese Baustelle gäbe es ein andermal anzugehen. Auch finde ich nicht daß eine zu bezahlende Strafe gleichzusetzen ist mit ausbleibender staatlicher Unterstützung. Auch wenn ich nicht genau verstehe was Du meinst: Auch das ist eine Nebenbaustelle. Es war nur ein Beispiel und kein 1:1 Vorbild für meine Vorstellung. Jetzt müßte man noch wissen was denn mit Paaren passiert ist, die ohne genug finanzielle Mittel ein 2.Kind bekommen haben? Das geht mir aber zu sehr ins Detail. Es ist völlig egal wenn sich 1% der Leute nicht dran hält; die wussten vorher was sie tun und riskieren, egal welche Möglichkeiten "der Bestrafung" es dafür gibt. Man soll den Hauptzweck nicht aus den Augen verlieren: Die Reduzierung der Bevölkerung. Ich widerspreche mir nicht: Man muß nur unterscheiden wo man den Verstand einsetzt und wo Gefühle Entscheidungen nicht dem Wohl Aller entgegenwirken. Weisheit und Erfahrung hilft hier zu unterscheiden. Und damit sind wir wieder bei der ausgesuchten Herrscherelite  Ich habe nie davon geredet Gefühle auszuschließen. Nur sie haben bei gewichtigen Entscheidungen in der Zukunftsplanung der Menschheit nichts verloren. Oder eben nur eingeschränkt, sonst schreibt gleich wieder einer was von Neutronenbombe. Wie gesagt: Das von Dir Geschriebene ist beispielhafter Grund für das REAL zu erwartende Schicksal der Menschheit. Der Preis für dieses Denken wird das Elend (Hunger, Durst, resultierende Kriege etc) von immer mehr Menschen sein und vielleicht ein wie auch immer gearteter Kollaps des Planeten Erde. Herzlichen Glückwunsch. Tja, hätte man dann doch vielleicht nach Lösungen gesucht die vielleicht auch manchen Menschen schwer im Magen liegen. Das Problem wird nur in die Zukunft geschoben (und dort auch immer größer) damit die Menschen der Gegenwart von sich sagen können, sie hätten ethisch gehandelt. Das war jetzt ausnahmsweise mal keine Theorie. "Die Geschichte lehrt die Menschen, daß die Geschichte die Menschen nichts lehrt." - Mahatma Gandhi
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« Antworten #3 am: 07. Dez 2010, 22:59 » |
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Ja, Zäpfle, ich habe auch das Gefühl, wir denken aneinander vorbei.  Es ist nicht so (ich nehme das jetzt mal aus dem anderen Thread zur Staatsform hier rüber), dass ich nicht auch Ideale oder Vorstellungen auf einem weißen Papier hätte bzw. gehabt hätte. Und ich weiß, dass man solche Denker braucht, um sich überhaupt in eine bestimmte Richtung entwickeln zu können. Und du selbst hast, wie du hier schreibst, bestimmte Visionen oder Vorstellungen, wie Leben unter den Menschen sein könnte. Die Vorstellungen, die uns beiden als Ideal vorschweben, sind beim Thema Geburtenkontrolle SEHR unterschiedlich, aber ich glaube, beim Thema Staatsform liegen wir, was die Basis angeht, vielleicht gar nicht so weit auseinander. Was ich aber noch zu der Frage "Vernunft, Gefühl, usw." sagen will und ich mich vielleicht mißverständlich ausgedrückt habe: So wie ich es verstanden habe, siehst du den Menschen als ein lernfähiges Wesen an, das man durch bestimmte Sanktionen oder Subventionen zu einem bestimmten Verhalten erziehen muss, richtig? Bei der Definition dieses "bestimmten, wünschenswerten Verhaltens" verlangst du, dass man den Verstand gebraucht und sich nicht von Gefühlen oder gar "Ethik" leiten lässt. Aber bei der Umsetzung rechnest du nicht mehr mit diesem Menschen, der auch aus Gefühl, Trieb und Ethik besteht. So kommt es zumindest bei mir an. Auch finde ich nicht daß eine zu bezahlende Strafe gleichzusetzen ist mit ausbleibender staatlicher Unterstützung.
Na, das habe ich einfach gegengerechnet (abgesehen davon, dass es in China sicher keine staatliche Unterstützung fürs 2. Kind gegeben haben wird), aber wenn die Strafe fürs Kinderkriegen die Unterstützung aufwiegt, dann heißt das: Keine Unterstützung mehr. Übrigens werfe ich die "Nebenbaustellen" auf, weil ich immer überlege, wie ich denn dahin komme, wo ich hin will. Man braucht nicht nur die Vision, man muss sie auch schrittweise umsetzen können. Und da machst du immer wieder Vorschläge, die ich eben hinterfrage.
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Lunas Zäpfle
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« Antworten #4 am: 08. Dez 2010, 00:09 » |
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Mein Vorschläge sind nur Beispiele für eine grobe Richtung, da mir die konkrete Lösung fehlt. Du nimmst die Beispiele aber sehr konkret. Ist ja auch mißverständlich. Wenn ich das in China richtig mitbekommen habe, handelte es sich aber tatsächlich um eine einmalige Strafzahlung (irgendwas mit umgerechnet 2000 Euro) die Reiche gerne bezahlt haben. Wie gesagt, das Szenario einer armen Familie mit 2.Kind wurde garnicht gezeigt. Oder warte mal *grübel* Ich glaube es hieß, die haben das dann nicht angemeldet oder so. Keine Ahnung was das in der Praxis für die Familie und vor allem für das Kind heißt. Was ich aber noch zu der Frage "Vernunft, Gefühl, usw." sagen will und ich mich vielleicht mißverständlich ausgedrückt habe: So wie ich es verstanden habe, siehst du den Menschen als ein lernfähiges Wesen an, das man durch bestimmte Sanktionen oder Subventionen zu einem bestimmten Verhalten erziehen muss, richtig? Bei der Definition dieses "bestimmten, wünschenswerten Verhaltens" verlangst du, dass man den Verstand gebraucht und sich nicht von Gefühlen oder gar "Ethik" leiten lässt. Aber bei der Umsetzung rechnest du nicht mehr mit diesem Menschen, der auch aus Gefühl, Trieb und Ethik besteht. So kommt es zumindest bei mir an. Ok. Nein es geht so: Die Führerelite entscheidet (weitgehend) verstandesbetont, berücksichtigt bei ihren Gesetzesfindungen aber natürlich die Gesamtnatur des Menschen, also auch die Gefühle. Erziehen hört sich irgendwie nach Zwang an. Ich habe ja schon geäußert, daß ich fürchte, daß es ohne Zwang nicht geht. Aber natürlich würde ich eher einen Weg finden wollen, bei der die Menschen aus eigenem zwanglosen Interesse dazu motiviert werden die Regeln der neuen Gesellschaftsform zu befolgen ... wo der Vorteil des Einzelnen verbunden ist mit dem Vorteil Aller. Wo Egoismus nur persönlichen Nachteil bedeutet, aber nicht durch staatliche Strafe sondern -keine Ahnung- ... durch ausbleibende positive Effekte. Ein neuer Gedanke (der eigentlich recht alt ist und Dich sehr freuen wird) wäre die komplette Umerziehung der Menschen. Ein Ideal welches von Kleinauf von Generation zu Generation weitergegeben wird. Weißt Du, die 10 Gebote sind ja ein netter Ansatz, aber sie interessierte niemand selbst zu frühen christlichen Zeiten, oder? Selbst die Androhung der Schmorens in der Hölle hat da nicht wirklich etwas bewirken können. Ist vielleicht zu dumm wenn man sich von Sünden freikaufen und freibeichten kann. Vielleicht war die Idee der Erfindung des Christentums (und anderer Religionen) genau dies: Der manipulierende Versuch eines Schubsers der Menschen zu einer besseren Gemeinschaft DURCH die Beeinflussung des Individuums hinsichtlich des Ehrgeizes in den Himmel zu kommen (Himmel/Hölle - ultimative Belohnung/Strafe). Ist in die Hose gegangen. War wahrscheinlich zu abstrakt und zu entfernt ... wenn man die Auswirkungen des eigenen Handelns erst nach dem Tod erleben soll. Besser wäre doch ein direktes spürbares Feedback (nein, kein Scheiterhaufen  ). Aber die Menschen anlügen und in Angst vereinen will ich ja auch nicht. (das war sicher auch nicht die ursprüngliche Absicht derjenigen welche die Botschaft verbreiteten. Ich bin sicher der Vatikan weiß genau was Wahrheit und was "an die Bedprfnisse der Kirche angepasste Wahrheit" in der Bibel ist). Mh, naja, jetzt habe ich mich nochmal auf ganz andere Weise an die spirituell-wissenschaftliche Elite angenähert. Das ist wieder das was früher schon einmal war bevor die Kirche sich von der Wissenschaft abgespaltet hat. Die Spiritualität, die Religion wäre dann die Emotion/Motivation des Volkes und die Wissenschaft der Verstand. Passt schon irgendwie. Aaaah 00:08. Ich muss ins Bett.
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Cherie
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« Antworten #5 am: 08. Dez 2010, 00:11 » |
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Ich gebe nun wieder mal aus meiner alten Heimat was zum Besten. Von allen gesunden verheirateten Frauen unter 40 erwartete der Staat 4 Kinder. Erst ab dem vierten Kind konnte man, wenn man nach der Planerfüllung ungewollt schwanger wurde, diese Schwangerschaft abbrechen lassen. Ansonsten waren Abtreibungen verboten und wurden mit Gefängnis bestraft. Irgendwann fiel es dem Diktator Ceausescu ein, er könnte sein Volk noch schneller vergrößern, also beschloss er die 5 Kinder Familie.  Von allen Unverheirateten im Staat erwartete das Regime keusch und züchtig zu leben.  Als Bürger in Rumänien kam man nicht ohne weiteres an Verhütungsmittel, nicht mal Kondome konnte man frei kaufen. Dafür blühte der Schwarzhandel einer Antibabypille aus Ungarn. Sie wurde einem als Frau an den Straßenecken von Zigeunern angeboten. Viele Freundinnen von mir, ließen sich was aus Deutschland von den Verwandten zukommen. Ich war immer dagegen, weil ich um die Wirkung und die Beschaffenheit der AB-Pille Bescheid wusste und mir das zu riskant war, meinem Körper irgend ein Präparat einzuwerfen. Das einzige was ich mir von meinen Verwandten schicken ließ waren Kondome.  Behinderte und chronisch Kranke wurden teilweise zwangssterilisiert. Ich kenne eine Frau, die einen gewissen Grad an Kurzsichtigkeit hatte und deren Mann an Schizophrenie litt. Ihr wurde einfach mal so eine Schwangerschaft weggemacht, weil die Gefahr bestand, dass das Kind behindert zur Welt kommen würde. Die Frau wurde niemals groß vor die Wahl gestellt, was sie machen wollen würde. Das Kind kam weg. Es stellte sich heraus, dass es Zwillinge waren. Danach bekam sie eine (Zwangs)-Sterilisation. Die betroffene Person ist heute über 50 und hat nie erfahren, ob die Kinder tatsächlich krank waren.  Eine Adoption war wegen ihres kranken Mannes ja auch kein Thema, so dass sie sich einfach in ihr Schicksal fügte. Der Staat bestimmte und man hatte als Normalbürger nicht zu fragen. Das war bis 1990 so. Ich wäre in Deutschland nicht für Geburtenkontrolle anhand von Verboten und Sterilisationen. Aber ich wäre dafür, dass alle Jugendlichen in einem gewissen Alter, ähnlich wie die Führerscheinprüfung, eine Elterntauglichkeits-Prüfung ablegen sollten. So wie man das im Fernsehen schon sah, mit einer Testpuppe, die dann schreit und die man wickeln muss. Damit die Jugendlichen merken, dass ein Kind auch unangenehm sein kann, dass man das aber dann immer wie einen Klotz am Bein hat und nicht einfach links liegen lassen kann. In solchen Tests würde sich sehr schnell herauskristallisieren, dass die Wenigsten für Kinder bereit sind. Viele würden es sich dann überlegen, wann sie ein Kind in die Welt setzen und wenn sie es dann tun, wissen sie, worauf sie sich einlassen. Man erlebt es immer wieder noch, dass gewisse Weiber ihre Typen an sich binden wollen, indem sie ihm ein Kind „anhängen“. Das sind dann Kinder, die man dann als Mittel zum Zweck bekam, die man aber am liebsten auf den Mond wünscht. Der Mann ist irgendwann weg, weil er teilweise nicht mal der Vater des Kindes ist und die Mütter vernachlässigen das Kind, dass man nur heulen könnte. Ich kenne leider einige Fälle, wo sich das tatsächlich so ereignet hat.
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Campina
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« Antworten #6 am: 08. Dez 2010, 11:14 » |
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Was sind denn schwere erbkrankheiten? ich denke man sollte schon jedem menschen das recht lassen kinder zu bekommen wie er möchte.....fänd das shcon schlimm wenn man dafür einen antrag tsellen muss und dieser dann abgelehnt iwrd weil dem sachbearbeiter deine nase nicht passt.....wird denn dann das geld zur verhütung vom staat bezahlt?
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Powergirl
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« Antworten #7 am: 08. Dez 2010, 15:23 » |
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Ein neuer Gedanke (der eigentlich recht alt ist und Dich sehr freuen wird) wäre die komplette Umerziehung der Menschen. Ein Ideal welches von Kleinauf von Generation zu Generation weitergegeben wird. Weißt Du, die 10 Gebote sind ja ein netter Ansatz, aber sie interessierte niemand selbst zu frühen christlichen Zeiten, oder? Selbst die Androhung der Schmorens in der Hölle hat da nicht wirklich etwas bewirken können. Ist vielleicht zu dumm wenn man sich von Sünden freikaufen und freibeichten kann. Vielleicht war die Idee der Erfindung des Christentums (und anderer Religionen) genau dies: Der manipulierende Versuch eines Schubsers der Menschen zu einer besseren Gemeinschaft DURCH die Beeinflussung des Individuums hinsichtlich des Ehrgeizes in den Himmel zu kommen (Himmel/Hölle - ultimative Belohnung/Strafe). Ist in die Hose gegangen. War wahrscheinlich zu abstrakt und zu entfernt ... wenn man die Auswirkungen des eigenen Handelns erst nach dem Tod erleben soll. Besser wäre doch ein direktes spürbares Feedback (nein, kein Scheiterhaufen  ). Aber die Menschen anlügen und in Angst vereinen will ich ja auch nicht. (das war sicher auch nicht die ursprüngliche Absicht derjenigen welche die Botschaft verbreiteten. Ich bin sicher der Vatikan weiß genau was Wahrheit und was "an die Bedprfnisse der Kirche angepasste Wahrheit" in der Bibel ist). Also ich weiß nicht, was mich an diesem Abschnitt erfreuen soll.. "Komplette Umerziehung des Menschen" ist so ein Schlagwort, das ja deine komplette Vision beschreibt. Das ist mir schon klar, dass du da irgendwie hinwillst. Aber das geht eben nicht so einfach und die Gründe dafür sind dir hinreichend bekannd. Weiter ist es furchtbar, was die katholische Kirche in bestimmten Zeiten aus der Jenseitshoffnung gemacht hat. Da sind wir uns sicher alle einig. Und genau deswegen will ich dahin auch nicht zurück. Abgesehen davon, dass man keinen Menschen zu einem bestimmten Jenseits- oder 10-Gebote-Glauben zwingen kann. Das ist es ja gerade und ich habe auch das Gefühl, dass du das nicht verstehen willst: Glaube ist keine Erfindung, sondern persönliche Erfahrung. Ich lebe in und aus einer Beziehung zu Gott, diese Erfahrung muss jeder selbst machen und man kann sie keinem aufdrücken. Darum halte ich auch nicht so viel davon, Religion für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Ich bin für eine strikte Trennung von Religion und Politik. Jesus bringt den Menschen Heil für die Seele, Frieden, Heilung, Liebe, Gnade,... aber keine politischen Konzepte oder Ideen. In der Bibel, im Alten Testament, in der die Geschichte Gottes mit seinem Volk Israel dargestellt wird, können wir Regeln lesen, die Gott dem Volk Israel für deren Zusammenleben gab. Aus diesen können wir lernen, aber dennoch sind sie für meinen Glauben nicht wesentlich. Der Kern ist für mich die persönliche Gottesbegegnung. Im Neuen Testament lesen wir, wie die Anfangsgemeinde Jesu ihr Zusammenleben organisiert hat und auch daraus können wir lernen. Dennoch stand die Gemeinde damals in einer anderen Situation als heute und wir müssen für heute neue Formen finden. Naja, da geht es nun aber eher um Gemeindebau. Meine Vision von Gesellschaft ist, dass Kinder nicht abgetrieben werden, sondern dass die Eltern nicht nur durch staatliche Geldern, sondern vor allem durch Freunde und Nachbarn so unterstützt werden, dass das Kind gut aufwachsen kann. Wir müssen nicht Symptome bekämpfen, indem man einen Kinderführerschein verlangt, sondern die Ursachen angehen und die sind, dass viele Menschen hier in Deutschland von Hartz IV leben und zwar teilweise, weil sie es schon von den Eltern nicht anders kennen, und diesen Kreislauf müssen wir unterbrechen. Man muss Menschen befähigen, zu guten Eltern zu werden, und ihnen dieses Recht nicht absprechen.
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Joko
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« Antworten #8 am: 11. Aug 2011, 12:36 » |
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Meine Vision von Gesellschaft ist, dass Kinder nicht abgetrieben werden, sondern dass die Eltern nicht nur durch staatliche Geldern, sondern vor allem durch Freunde und Nachbarn so unterstützt werden, dass das Kind gut aufwachsen kann. Wir müssen nicht Symptome bekämpfen, indem man einen Kinderführerschein verlangt, sondern die Ursachen angehen und die sind, dass viele Menschen hier in Deutschland von Hartz IV leben und zwar teilweise, weil sie es schon von den Eltern nicht anders kennen, und diesen Kreislauf müssen wir unterbrechen. Man muss Menschen befähigen, zu guten Eltern zu werden, und ihnen dieses Recht nicht absprechen.
Da gebe ich dir vollkommen recht. Man kann niemandem vorschreiben, ob er Familie haben darf oder nicht, nur weil sie viel/wenig Geld haben. Wo wäre da die Würde (weil man jemanden herabstuft) und auch die Freiheit (weil er bevormundet wird)? Man hört doch immer wieder, dass wir Kinder brauchen und dass die Geburtenrate in Deutschland immer weiter zurückgeht. Darüber wird sich häufig beschwert. Ich denke auch, dass jeder für sich entscheiden sollte, was für ihn am besten ist. Im Endeffekt müssen die Eltern entscheiden, ob sie, wenn das der Fall sein sollte, mit einem behinderten Kind umgehen können. Das klingt jetzt fieser, als es gemeint ist, aber es gibt Menschen, die von vornherein sagen, dass sie das nicht können. Risiken gibt es immer wieder und gerade heute, wo die Menschen dauergestresst sind und Kreislaufprobleme haben, wird es auch nicht einfacher... Davon mal abgesehen: auch gesunde Menschen können ein krankes Kind zur Welt bringen. Es ist sicher nicht einfach mit einem solchen Kind, aber es hat trotzdem ein Recht auf Leben. Vor allem geben sie genauso viel Freude an ihre Eltern wie gesunde Kinder. Keine Instanz hat das Recht Leben zu verweigern...ich finde das schon derb, was Cherie da geschrieben hat. Der Staat als Henker...da fällt mir nichts mehr ein. Man muss an den Krisenherden anpacken und die Leute aus dem Hartz IV Sumpf befreien. Durch die ganzen Vorschriften haben die es ja auch nicht gerade einfach und nicht jeder von den Betroffenen ist damit zufrieden, dem Staat auf der Tasche zu liegen. Viele wollen auch arbeiten. Zum Thema Krankheiten habe ich mir erst DIagnose: Damit müssen Sie leben - Nein Danke gekauft (siehe: http://www.apomio.de/preisvergleich/diagnose-damit-muessen-sie-leben-nein-danke-buch-1-stueck-dr-niedermaier-pharma.html). Das ist sehr aufschlussreich, insofern man sich für das Thema Medizin interessiert. Darin geht es um Zivilisationskrankheiten wie Schlaflosigkeit, Übergewicht und Diabetes, die das tägliche Leben beeinflussen und die Menschen bedrücken. Kann ich nur empfehlen.
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« Antworten #9 am: 11. Aug 2011, 18:00 » |
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Es ist schön, dass das Thema Geburtenkontrolle wieder an die Oberfläche kommt. Ich denke in den letzten Wochen öfter über das Thema Verhütung, Geburtenkontrolle, Familienplanung nach. Heute ist es ganz normal, dass man als Frau die Pille nimmt und ich frage mich, ob ich das weiterhin als selbstverständlich und richtig ansehen möchte. Ich habe in letzter Zeit viel über Familien gelesen, die keine Familienplanung mehr machen und dadurch einen ganz anderen Lebensstil gewählt haben als der "Mainstream". Oft denke ich mir dabei, dass es schön wäre, wenn es von ihnen mehr geben würde. Und habe Zweifel, ob dieser Eingriff in die Natur durch Verhütung wirklich so sinnvoll ist...
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Lunas Zäpfle
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« Antworten #10 am: 12. Aug 2011, 23:17 » |
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Ich denke auch, dass jeder für sich entscheiden sollte, was für ihn am besten ist. Das das ncht funktioniert sieht man allerortens. Das ist Wunsch, aber keine Realität. Und egal was ihr überlegt, egal wie ethisch etc, denkt immer dran dass es zu viele Menschen gibt. Wir haben uns (u.a.) durch die Medizin dem natürlichen Gleichgewicht entzogen. Solange die Menschheit es nicht auf die Reihe kriegt der Erde gegenüber nachhaltig und verantwortungsvoll zu handeln sind wir eine Plage, nicht anders als Heuschrecken, Ratten oder viel treffender: Krebs (die Krankheit). Aus politischen, religiösen, ethischen oder patriotischen Gründen (es gibt immer weniger Deutsche) dagegenzuhalten ist absurd und kurzsichtig. Es führt uns und die Erde langfristig ALLE ins Elend. Bei 7 Milliarden Menschen um einzelne Menschenleben zu kämpfen ist aus einer weiten Perspektive gesehen absurd. Ja, Einzelschicksale sind traurig und entsetzlich, aber das ist ein hinkendes Reh auch. Das ist Teil des natürlichen Gleichgewichts.
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krabbo
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« Antworten #11 am: 17. Aug 2011, 11:20 » |
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Kein unspannendes Thema. Aber von der Materie her so unglaublich komplex und polarisierend, dass es schwer wird konstruktiv darüber zu diskutieren. Im letzten Roman von Jonathan Franzen Freiheit geht es auch um das Thema und da wird es recht nachvollziehbar erläutert. Ist müsste eben einen Weg geben es den Menschen "schmackhaft" zu verkaufen.
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