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Autor Thema: Lästern ... warum ist es so verbreitet ?  (Gelesen 2052 mal)
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Mitglied durch Treffen überprüft Lunas Zäpfle
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« am: 27. Feb 2010, 15:10 »

Ich habe immer gesagt "Sobald jemand den Raum verlässt, muß ihm klar sein, daß über ihn gesprochen wird."

Seit ich gemerkt habe wie interessant BigBrother saus psychologischer Sicht ist, interssiert mich in diesem Bezug kaum etwas mehr als die Natur des Lästerns.

Schon der übermäßige Gebrauch des Worts "lästern" fällt auf: Lästern ist doch eigentlich "sich abfälliges Äußern über Dritte in deren Abwesenheit". Da fängt es schon an. Es gibt diesen Spruch "Wir lästern nicht, wir stellen fest". Also wo hört "sich über jemanden unterhalten" auf und wo fängt "lästern" an? Kann man auch schlechte Eigenschaften an jemandem "feststellen" ohne zu "lästern"?

Mein Theorie ist, daß lästern einhergeht mit Unsympathie. Man kann über jeden lästern, bei Freunden tut man es jedoch nicht, es sei denn er fällt irgendwann in Ungnade (auch super zu sehen bei BigBrother). Vielleicht ist der einzige Unterscheid zwischen "feststellen negativer Eigenschaften eines Dritten" und "lästern" bestimmt durch die Zu- oder Abneigung des sich Unterhaltenden zu dem "Zielobjekt".

Doch warum lästern wir?
Meiner Meinung nach geschieht Lästern (im Gegensatz zu Intrigen spinnen) ohne den bewußten Willen dem "Opfer" zu schaden. Ich denke im Vordergrund steht die Kommunikation mit dem Mitlästerer. Der Austausch von "sensationellen" oder "dramatischen" Nachrichten bindet und ist symphatiefördernd solange man auf der gleichen Seite steht ("dramatische" Themen binden mehr denke ich). Ich denke es geht einfach um Verstärkung der Bindung zum Gesprächspartner. Bei dem PC Spiel "Die Sims" würden beim Lästern sozusagen grüne Pluspunkte über den Köpfen der Gesprächspartner aufleuchten.
Übertreibungen gehören leider ebenso dazu wie gemeinsames herspinnen und konfabulieren falscher Tatsachen. Trotzdem: Im Zentrum des Interesses steht nicht der Schaden des Dritten, glaube ich.

Ein Nebenprodukt ist sicherlich auch die Verbesserung des Selbstwertgefühls wenn man die negativen Seiten anderer Leute herauspickt. Hierbei zu beachten sind grundsätzliche Weisheiten wie: Was jemand an anderen am stärksten bemängelt wollen sie wahrscheinlich an sich selbst nicht wahrhaben.

Sehr interessant finde ich, daß Aussprachen zwischen Lästerern und Opfern praktisch IMMER zu besserer Stimmung und einer positiven Lösung des Konflikts durch Aufklärung von Mißverständnissen und Darlegung von Gefühlen führt.
Doch praktisch kaum jemand geht diesen Schritt wenn er Probleme mit jemandem hat. Der erste Weg ist für die meisten der Weg zu anderen Vertrauten.

Ich denke das ist so weil es zwei völlig unterschiedliche Vorgänge sind:
1. Lästern zur Verbesserung der sozialen Bindung und Verbesserung des Selbstwertgefühls.
2. echte Problembewältigung (die leider oft schon schwer genug ist). Das erste ist also Vergnügen während das dritte Überwindung kostet.


Ich versuche die ganze Zeit etwas daraus für mich persönlich zu lernen; am besten wäre es Gesprächsthemen vorzuziehen die sich nicht negativ auf andere beziehen. Und eine nun frühere Aussprache direkt mit den betroffenen Leuten in Problemfällen.

Ach ja: Und ganz wichtig ist es mit einem Dritten eigene Erfahrungen zu sammeln. Es gibt inzwischen einige Menschen mit denen ich gut klar komme obwohl ich viel Schlechtes über sie gehört habe; solange ich diese Erfahrungen nicht teilen kann ... also hört niemals auf Informationen aus 2.Hand.

Ich glaube ich bin fertig. Weitere Anregungen zum Thema fände ich toll Smile
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« Antworten #1 am: 27. Feb 2010, 15:14 »

Gestern bei Big Brother Radio hat jemand "Lästern" ganz gut definiert. Über eine dritte Person schlecht reden um jemand anderen negativ zu beeinflussen - das ist lästern und so sehe ich das auch.
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« Antworten #2 am: 27. Feb 2010, 15:25 »

Wenn jemand absichtlich negativ beeinflusst werden soll, dann ist es "intrigieren".
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« Antworten #3 am: 27. Feb 2010, 17:55 »

Sehr interessantes Thema.

Lästerer zeigen "Schwäche". Sie können Energie nicht aus sich selbst, nicht aus Teilen der Umgebung und der Lebewesen um sie "gewinnen", ergo "klaut" man sich die Energie.
Das dies ein "Geben und Nehmen" ist, wird den meisten nicht bewußt sein, und so verursacht dieser Diebstahl viel negative Energien, die das gesamte Umfeld, wie auch später den Dieb, belasten.

Ich finde man darf schon anmerken, dass jemand noch Erfahrungen sammeln muß, und dass man selbst etwas von jemand anderen nicht toleriert.

Aber Lästern als Basis für Bindungen zwischen Menschen empfinde ich nicht als "Stein des Weisen"  Smile

Ich denke "Lästern" als solches ist schon lange Teil der menschlichen Kultur.
Man denke an die kleinen Gemeinschaften, Dörfer, Großfamilien, Bauern und deren kleines Universum.
Damals gab es keine Medien die einen informierten. Man war unter sich.
Man redete also: Über einander  Smile

Vielleicht war das Teil der Erziehung, des gemeinschaftlichen Zusammenlebens. Eine Regulierung der Mitglieder dieser, damit Fehler bekannt werden und so die Gemeinschaft Einwirken kann?

Bin gespannt auf weitere Ansichten dazu  Smile
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« Antworten #4 am: 27. Feb 2010, 20:43 »

diese woche dachte ich, als ich mit zwei krabbelgruppenmams auf dem spielplatz war und die so ziemlich jeden durch den kakao gezogen haben auch - mensch dneen drehste jetzt besser nicht den rücken zu  Smile
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« Antworten #5 am: 27. Feb 2010, 20:43 »

Zitat
Aber Lästern als Basis für Bindungen zwischen Menschen empfinde ich nicht als "Stein des Weisen".

Nee, nicht als Basis natürlich, aber als einfaches Gesprächsthema jenseits des Wetters Smile . Aber wie Du schon sagst: Umso unreifer desto beliebter dürfte es bei denjenigen sein. Siehe zB Sabrina. Zum Lästern braucht man keinen großen Verstand. Hups, war das nun gelästert ? Mr. Green

Ach ja, und weit verbreitet ist es weil die meisten Menschen nunmal einfach gestrickt sind.
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« Antworten #6 am: 27. Feb 2010, 21:02 »

Hups, war das nun gelästert ? Mr. Green
Das war nur eine allgemeine Feststellung würd ich denken  Smile

Und das:

Zitat
Siehe zB Sabrina. Zum Lästern braucht man keinen großen Verstand.

war auch nicht gelästert, sondern ein Beispiel unserer Theorien  amüsiert sich über jemanden
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« Antworten #7 am: 19. Jul 2010, 09:20 »

Ich denke lästern tun deswegen so viele Menschen, weil sie sich selbst dadurch besser fühlen bzw. weil sie eigene Komplexe deswegen kompensieren. Und ausserdem schafft gemeinsames Lästern über jemanden ein Gefühl der Kollegialität zwischen der beiden Personen, die lästern.
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« Antworten #8 am: 13. Aug 2010, 22:01 »

Ich denke "Lästern" als solches ist schon lange Teil der menschlichen Kultur.

Schlimm genug^^
Ich finde lästern voll schrecklich und bin viel mehr der Meinung Menschen sollten gegenüber anderen Menschen viel toleranter sein!
Aber leider liegt es irgendwie tatsächlich in unserer Natur...leider passiert auch mir, als völliger Lästergegner doch immer mal ein paar negative Bemerkungen gegenüber andere, ohne dass ich sie direkt selbst anspreche. Meist ärgere ich mich letztendlich dann über mich selbst  Sad
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« Antworten #9 am: 13. Aug 2010, 22:04 »

Ich glaube, es gibt keinen Menschen, der noch nie gelästert hat in seinem Leben.
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« Antworten #10 am: 13. Aug 2010, 22:17 »

Es sei denn er kann noch nicht sprechen  Wink
Aber ich finds schade...gäbe es diesen Menschen, würde ich ihn lieben
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« Antworten #11 am: 07. Jan 2011, 18:15 »

Hallo,
Auch ich halte nicht viel vom Gossiping. Ich habe oft den Eindruck, dass viele Menschen das als Kommunikationsbasis sehen und aktiv nutzen. Frei nach dem Motto: Wir haben uns eigentlich nichts zu sagen, aber wir finden sicher an jedem anderen Menschen etwas auszusetzen.
Wenn man die Theorie mal weiterspinnt, suchen eben diese Menschen nach einem einheitlichen Schönheitsideal dem sie
1. nicht entsprechen
2. nicht definieren können
 Schade, wenn es jemand nötig hat, sich auf dieses Niveau einer Kommunikation zu begeben. Ich frage mich immer, was diese Menschen von sich halten oder ob sie überhaupt noch etwas von sich halten. Denn mit Schönreden ist da nicht viel anzufangen, wenn sie sonst auch an jeden Funken etwas auszusetzen haben.

« Letzte Änderung: 17. Jan 2011, 12:36 von Nadine » Gespeichert
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« Antworten #12 am: 07. Jan 2011, 23:25 »

Ich denke, so sind die Menschen und ich habe die Erfahrung gemacht, dass Männer genauso gut lästern wie Frauen. Lästern dient oft als Kommunikation, wenn man gemeinsam über 1 Person lästert, bekommt man das Gefühl, dass es einen verbindet.

Lästern ist trotzdem nicht gleich lästern. Ich hatte schon zuvor in meinem Beitrag eine für mich passende Definition gefunden.

Oft lästern wir nicht, sondern stellen nur was fest  Smile
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« Antworten #13 am: 08. Jan 2011, 08:44 »

 Smile luna wir lästern auch nie, sondern stellen fest
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