Ich glaube, dass das Bild der DDR überwiegend geprägt ist, von dem, was man erlebt hat. Es gab keine hungernden Kinder, jeder hatte eine Arbeit (nicht immer seinen Traumjob, klar), die Lebenshaltung war billiger, der soziale Abstieg innerhalb des Lebensniveaus der DDR nicht so vorprogrammiert. Beispielsweise kostete eine Neubauwohnung mit Bad/WC, Balkon und Zentralheizung ca. 84 DDR-Mark. Das war schon eine der teuren Wohnungen. Dass das Plattenbau war, ist klar. Solche Wohnungen waren allerdings extrem begehrt, das Wohnklima ist aber nicht mit dem teilweise schlechten Klima der Plattenbauten heute zu vergleichen . Mal zum Vergleich. Eine ganz normale Krankenschwester verdiente in den 80er Jahren zwischen 500 und 600 DDR-Mark im Monat. D.h., es war noch nicht mal 1/6 ihres Monatsgehalts, das für Miete draufging. Ich würde sagen, ich hatte eine glückliche Kindheit in der DDR mit vielen schönen Urlauben, Ausflügen, in einer schönen Wohnung. Aber das ist nur die EINE Seite der Medaille. Die andere ist die, dass Menschen, die ihr Menschenrecht auf Freiheit einforderten, politisch verfolgt wurden und für die war es die Hölle auf Erden. Und das ist die dunkle Seite dieses Staates. Dass die nicht gerade in glühender Bewunderung zurückdenken, ist normal und verständlich.
Welches Bild man hat, hängt maßgeblich vom Leben ab, das man in der DDR geführt hat (systemkonform, politischer Widerstand u.a.) und auch vom Alter. Ich würde z.B. meine Generation als Gewinner der Einheit sehen. Als die Mauer fiel, war ich 12. Mir standen alle Wege offen (Abitur, Studium). Alle die, die älter waren (über 40), hatten die A****-Karte gezogen.
Bedingt durch meine neue Liebe, komme ich automatisch auch mit vielen "Westdeutschen" zusammen in unserem Bekanntenkreis und dann und wann, kommt mal wieder einer dazu. Interessant finde ich dann immer die Unterhaltungen, wenn diejenigen noch nicht wissen, wo ich herstamme. Offensichtlich merkt man es auch nicht

. Auf jeden Fall, wenn es dann so losgeht: "Ich hab da kürzlich so ne Reportage über die DDR gesehen...", da fange ich schon an die Augen zu rollen

. Mittlerweile bin ich es echt müde, das Bild immer zu korrigieren, um ein differenziertes Bild entstehen zu lassen und dann denke ich mir einfach meinen Teil und schweige. Eigentlich traurig nach 19 Jahren Wiedervereinigung.

EDIT @Campina Also ich weiß ja nicht, wo die Kollegin gelebt hat

, aber bei uns in der Großstadt gab es immer Brötchen, und zwar in Hülle und Fülle, ohne Anstehen

Oder hab ich da grad was falsch verstanden?