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Autor Thema: Umfrage: DDR in der Ost-Erinnerung überwiegend positiv  (Gelesen 1314 mal)
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 Stats
« am: 26. Jun 2009, 21:40 »

Fast 20 Jahre nach der Wiedervereinigung hat Emnid eine Meinungsumfrage zur DDR gemacht.

49 % der befragten Ostdeutschen gaben an, die DDR hatte überwiegend positive Seiten.
8 % der Befragten gaben an, dass sie glücklicher in der DDR lebten als heute.
nur 8 % der befragten Ostdeutschen hatten negative Erinnerungen an die DDR.

Dagegen sind die Menschen im Westen überzeugt, dass die DDR überwiegend negative Seiten hatte - so stimmten 76 % der befragten Westdeutschen.

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung und Verkehrsminister Tiefensee forderte zur mehr Aufklärung über die Zeit von DDR.

Mehr dazuhier tagesschau.de
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« Antworten #1 am: 16. Aug 2009, 22:08 »

Ich glaube, man muss zwei Seiten betrachten. Viele Menschen, die in der DDR gelebt haben, ging es doch nicht schlecht. sie hatten ihre Job, der sicher war, ihren Familien ging es gut. Und die meisten waren glücklich. Zumindest habe ich das immer so bei meinen eltern und Großeltern rausgehört. Die menschen haben also das gute in ihrem Land gesehen und die positiven seiten miterlebt. Sicher fehlte immer mal etwas, aber man arrangierte sich und die meisten, die in der DDR lebten, kannten es doch wohl auch nicht anders. doch was ist mit diesen Menschen heute? Ostdeutschland ist nun mal nicht die region mit den besten Arbeitsverhältnissen. Ich meine, schaut euch doch mal an, wieviele hier nun Arbeitslos sind. geht es ihnen jetzt besser als damals? Ganz sicher bin ich mir da manchmal nicht. Allein schon, wenn ich mir die Wohnblocks hier in der gegend angucke. die sehen noch so aus, wie aus DDR-Zeiten. da sind noch uralte Fenster drin. Und teilweise haben die nicht mal eine Heizung, so wie wir sie kennen. (das ist jetzt kein Scherz)

Und was die Westdeutschen angeht: Was wird denn in den Medien von der DDR gezeigt? Die negativen Seiten. Die Schlagzeilen. das was die Leute bewegen und erschüttern könnte. das man dann ein negatives Bild bekommt, kann ich mir vorstellen.

Dass das Bild so negativ ist, habe ich auch bei meiner Schwiegermutter festgestellt. Sie hatten damals noch Verwandte in der DDR und sind deshalb ein paar Mal nach OStberlin gefahren (von Niedersachsen aus). Sie erzählte dann einmal, dass sie richtig mitleid mit den Menschen in der DDR hatte. Die armen Kinder, die an der Straßen standen und so. Sie meinte, sie wäre am liebsten ausgestiegen und hätte allen was zu essen in die Hand gedrückt.
Aber mal ehrlich, entspricht das der Realität? Das ist jetzt eine ernstgemeinte Frage? Ging es so vielen Menschen in der DDR so schlecht und haben meine Eltern einfach nur ein anderes Bild davon behalten? Verhungert ist hier doch auch keiner.

wie gesagt, ich denke, es kommt auf die Art und weise der Berichterstattung drauf an. Und das ist immer ein heikles Thema.
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« Antworten #2 am: 16. Aug 2009, 22:51 »

Klar hat man im Westen ein völlig falsches Bild von Osten und das nicht nur von der DDR. Die Wessis bekommen durch solche Berichtserstattungen natürlich ein falsches Bild und das sicherlich auch gezielt. Klar gab es dunkle Seiten von der DDR. Ich kann zu DDR nichts sagen, weil ich dort nicht gelebt habe. Polen kann man allerdings schon mit der DDR vergleichen, wobei wir nicht die Probleme mit der Stasi hatten. Aber ich denke, dass der Lebensstandart zu damaligen Zeiten vergleichbar war.

Ich kenne niemanden aus der kommunistischen Zeit, der gehungert hat. Man bekam selten Bananen, Orangen und Co im Geschäft, aber man kannte die Früchte, wenn man lange in der Schlange gestanden hat. Der Zusammenhalt der Menschen war viel stärker als heute. Damals hatten die materiellen Dinge nicht so eine hohen Stellenwert wie heute. Die meisten Menschen waren gleich, sie lebten im gleichen Standard, fuhren ähnliche Autos und jeder hatte Arbeit. Ich habe noch nie mitbekommen, dass jemand zu Hause war, weil er keinen Job hatte.

Ich kann deshalb die Ossis verstehen, wenn sie mit der Wende nicht zufrieden sind.

Ich habe eine Radiosendung gehört, da ging es um Ossis und die Wessis. Eine Frau hat gesagt, dass die Lebensunterhaltungskosten viel geringer waren. An festen Kosten für die Wohnung und die Nebenkosten gingen max. 25 % vom Gehalt. Nun liegen sie bei ca. 50 %. Die Grundnahrungsmittel waren sehr günstig, so dass jeder genug zu essen bekam.

Solche Bilder von hungrigen Kindern am Straßenrand ist eher ein Märchen. Nie gesehen und kann es mir nicht vorstellen. Vielleicht irgendwo auf dem Land die neugierigen Kinder, weil jemand mit einem anderen Auto vorbeigefahren ist.  Confused

Ich denke, dass der Konflikt zwischen Ost und West sich noch ewig halten wird. Ich habe schon Aussagen in meinem Bekanntenkreis gehört, dass die Ossis die Nazis Deutschland sind usw. Da merkt man, wie die Menschen eingestellt sind. Die Ossis halten die Wessis für eingebildet und arrogant.

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« Antworten #3 am: 17. Aug 2009, 09:04 »

Ich denke auch die ossis die dachten früher bei uns - da ist alles toll gewesen. von arbeitslosigkeit haben sie eigentlich nie was gespürt. Die fanden das halt toll dass wir alles kaufen konnten wie wir wollen - aber wir wissens nicht zu schätzen!

eine kollegin von mir in der ausbildung sagte mal - mensch früher haben wir für diese brötchen stundenlang angestanden und waren glücklich wenn jeder ein halbes bekommen hat - nie wären wir auf die idee gekommen mehr als nötig zu holen und heute kann ich diese blöden brötchen nicht mehr sehen.- morgens brötchen. mittags brötchen abends brötchen  wir können immer brötchen essen....die sagte wasi hr wirklich fehlen würde sehr MCDONALDS!!!!!!!!!!*g*
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« Antworten #4 am: 17. Aug 2009, 09:14 »

Ich glaube, dass das Bild der DDR überwiegend geprägt ist, von dem, was man erlebt hat. Es gab keine hungernden Kinder, jeder hatte eine Arbeit (nicht immer seinen Traumjob, klar), die Lebenshaltung war billiger, der soziale Abstieg innerhalb des Lebensniveaus der DDR nicht so vorprogrammiert. Beispielsweise kostete eine Neubauwohnung mit Bad/WC, Balkon und Zentralheizung ca. 84 DDR-Mark. Das war schon eine der teuren Wohnungen. Dass das Plattenbau war, ist  klar. Solche Wohnungen waren allerdings extrem begehrt, das Wohnklima ist aber nicht mit dem teilweise schlechten Klima der Plattenbauten heute zu vergleichen . Mal zum Vergleich. Eine ganz normale Krankenschwester verdiente in den 80er Jahren zwischen 500 und 600 DDR-Mark im Monat. D.h., es war noch nicht mal 1/6 ihres Monatsgehalts, das für Miete draufging. Ich würde sagen, ich hatte eine glückliche Kindheit in der DDR mit vielen schönen Urlauben, Ausflügen, in einer schönen Wohnung. Aber das ist nur die EINE Seite der Medaille. Die andere ist die, dass Menschen, die ihr Menschenrecht auf Freiheit einforderten, politisch verfolgt wurden und für die war es die Hölle auf Erden. Und das ist die dunkle Seite dieses Staates. Dass die nicht gerade in glühender Bewunderung zurückdenken, ist normal und verständlich.
Welches Bild man hat, hängt maßgeblich vom Leben ab, das man in der DDR geführt hat (systemkonform, politischer Widerstand u.a.) und auch vom Alter. Ich würde z.B. meine Generation als Gewinner der Einheit sehen. Als die Mauer fiel, war ich 12. Mir standen alle Wege offen (Abitur, Studium). Alle die, die älter waren (über 40), hatten die A****-Karte gezogen.
Bedingt durch meine neue Liebe, komme ich automatisch auch mit vielen "Westdeutschen" zusammen in unserem Bekanntenkreis und dann und wann, kommt mal wieder einer dazu. Interessant finde ich dann immer die Unterhaltungen, wenn diejenigen noch nicht wissen, wo ich herstamme. Offensichtlich merkt man es auch nicht .  Auf jeden Fall, wenn es dann so losgeht: "Ich hab da kürzlich so ne Reportage über die DDR gesehen...", da fange ich schon an die Augen zu rollen Rolling Eyes Rolling Eyes. Mittlerweile bin ich es echt müde, das Bild immer zu korrigieren, um ein differenziertes Bild entstehen zu lassen und dann denke ich mir einfach meinen Teil und schweige. Eigentlich traurig nach 19 Jahren Wiedervereinigung.  nicht begeistert

EDIT  @Campina Also ich weiß ja nicht, wo die Kollegin gelebt hat  kopfkratz, aber bei uns in der Großstadt gab es immer Brötchen, und zwar in Hülle und Fülle, ohne Anstehen Wink Oder hab ich da grad was falsch verstanden?
« Letzte Änderung: 17. Aug 2009, 09:20 von violet » Gespeichert
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« Antworten #5 am: 17. Aug 2009, 13:51 »

Ich kenne auch die Gespräche unter Westdeutschen, allerdings wissen die meisten, die ich nun treffe, dass ich aus Ostdeutschland komme und halten meistens den Mund. Nur meine Schwiegereltern irgendwie nicht. Die meinen, sie müssen mir immer mal wieder ihre OSTzone-Stories erzählen. Das nervt mich ein wenig. Wie gesagt, meine Eltern hatten immer ein recht gutes Bild von der DDR. Ihnen ging es gut. Dass sie die Stasi-methoden und so auch verurteilt haben, ist klar. Aber das hat sie ja nie direkt betroffen und darübe können sie nicht viel sagen. Deswegen nervt es mich ein wenig, wenn die Leute so schlecht von der DDR reden. Ich war gerade mal vier Jahre alt als es die Wiedervereinigung war und kann nicht viel dazu sagen und mich an nichts erinnern. Aber irgendwie fühle ich mich manchmal dann trotzdem angegriffen. Warum, das weiß ich auch nicht so genau.
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« Antworten #6 am: 17. Aug 2009, 14:12 »

Zitat
Aber irgendwie fühle ich mich manchmal dann trotzdem angegriffen. Warum, das weiß ich auch nicht so genau.

Das ist genauso wenn jemand mich angreifen würde,wegen Russen usw. kopfkratz immer diese Vorurteile man hab ich die satt. nicht begeistert
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« Antworten #7 am: 17. Aug 2009, 20:49 »

Als damals die Mauer fiel, nahmen die Eltern meiner besten Freundin eine 4-köpfige Familie aus dem Osten auf, die über ein Jahr bei ihnen wohnte. Sie waren nicht die einzigen Ostdeutschen, die in unser Dorf kamen. So kam ich sehr früh mit den Leuten der ehemaligen DDR in Kontakt, die so offen und umkompliziert waren/sind, ganz anders als die reservierten Franken.  Freundliches Lächeln

Daher kann ich es gar nicht glauben, dass die Westdeutschen so wenig über den Osten wissen, wie es dort war. Sie hatten ja nun fast 20 Jahre Gelegenheit, sich auszutauschen.  Surprised

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« Antworten #8 am: 17. Aug 2009, 21:24 »

cherie - weiss nicht wo genau - hab zu der auch keienn kontakt mehr - kanns nur so sagen wie ise es sagte


kenne auch viele wessis die sagen seit dem die die ddr mit uns zusamen ist, gehts uns schlechter der euuro, die arbeitslosigkeit - aber obs uns iwrklich besser ginge wenn nicht so gekommen wäre?
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« Antworten #9 am: 17. Aug 2009, 22:45 »

cherie - weiss nicht wo genau - hab zu der auch keienn kontakt mehr - kanns nur so sagen wie ise es sagte



winken bin zwar vio und nicht Cherie , aber trotzdem danke für die Antwort Wink.

Und nun ja, wie es der BRD ohne die ehemalige DDR gehen würde, wer weiß das schon? Wir werden es nie erfahren, weil der Lauf der Geschichte nun mal so war wie er war. Aber in den Augen einiger Leute muss es eben immer einen Sündenbock geben  kopfschüttel. Und meines Wissens hat es auch vor 1989 in der BRD Arbeitslosigkeit gegeben, das ist also keine neue "Errungenschaft" der Nachwendezeit. Natürlich waren damals die Zahlen anders, das ist klar. Das Land war kleiner, hatte weniger Einwohner.
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