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Autor Thema: Sinn und Unsinn schulischer Regeln ;)  (Gelesen 1883 mal)
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« am: 24. Aug 2008, 18:00 »

 
@violet:
Aber aus Schülersicht können mir diese Konsequenzen doch relativ egal sein. Der unentschuldigte Fehltag ist (wie du ja selbst schreibst) nur im Abschlusszeugnis relevant, das Bußgeldverfahren wird (vermute ich mal) nur bei notorischen Urlaubsverlängerern ernsthaft verfolgt. Für mehr fehlt denen einfach die Zeit und wahrscheinlich auch der Wille. Und Schulverweise sind doch auch nur für Wiederholungstäter relevant  Confused
Wenn die Ferienverlängerung also die Ausnahme bleibt können die Lehrer doch wirklich nicht viel machen  Confused

PS: Ich will damit jetzt niemand zum Schule schwänzen animieren  so nicht

@Doc McCoy

Ich dachte, ich mache dazu mal einen extra Thread auf, damit wir nicht immer den Urlaubsthread stören. Wink

Aaaaallllssoooooo ... Ich spreche hier nur aus meiner Sicht. Ich persönlich habe nur Schüler, für die ALLE Zeugnisse, die sie von mir bekommen, bewerbungsrelevant sind, denn ich arbeite an einem beruflichen Schulzentrum Wink. Von daher habe ich sicher Glück gegenüber anderen Schultypen. Bußgeldverfahren werden hier auch bei geringen Verstößen verfolgt. Sicher auch ein Vorteil gegenüber Großstädten. Die haben meist andere Probleme. Der Schulverweis ist die UNTERSTE Stufe der Ordnungsmaßnahmen in Sachsen. Für Wiederholungstäter gibt es andere "Nettigkeiten" Smile.

Was ich damit sagen will: natürlich fliegt keiner von der Schule, weil er ein Mal die Ferien verlängert hat, ABER:
ich finde es falsch, es so hinzustellen, als könnte einem gar nichts dabei passieren. Problem ist nämlich, dass die meisten so dumm sind und es nicht bei dem einen Mal bleibt. Und wenn Schule an dem Punkt alle gesetzlichen Möglichkeiten voll ausschöpft, kann es doch schnell gefährlich werden, wenn man nicht aufpasst.
Schule sollte lebensnah sein. Das ist doch, was alle immer fordern, oder? Und im echten Leben kann ich auch nicht mal schnell auf der Arbeit unentschuldigt fehlen. Da ist man schneller draußen als man drin war.  

Ich weiß nicht, wie das die Schulen gehandhabt haben, auf die du gegangen bist  Confused. Fakt ist, für mich ist eine Schule dann qualitativ hochwertig, wenn sie bereits die Anfänge solchen Verhaltens im Keim erstickt.

Lustig finde ich deinen letzten Satz lacht.
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Doc McCoy
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« Antworten #1 am: 24. Aug 2008, 21:13 »

Den findest du lustig?!?  Surprised Der ist pädagogisch wertvoll  winken

Wenn bei dir jedes Zeugnis Bewerbungsrelevanz besitzt, hast du natürlich Glück. Für mich war damals jedenfalls nur das Zeugnis nach der dreizehn wichtig und in dem waren nur entschuldigte Fehlstunden  Smile Praktischerweise konnte man sich die Entschuldigungen am Ende ja auch selbst schreiben, was dazu geführt hat, dass einige Lehrer (nicht alle) die Fehlzeiten schon gar nicht mehr kontrolliert haben. Fand ich gut, weil das ganze System mit selbstgeschriebenen Entschuldigungen einfach nur unsinnig war. Wirkliche Probleme gab´s nur bei Klausuren, zu denen ab der Oberstufe immer ein amtsärztliches Attest fällig war, während zuvor die Entschuldigung der Eltern völlig ausreichend war (Das war wirklich hart.). Sonst war noch an den Tagen vor und nach Ferien ein Attest fällig. Ebenfalls immer vom Amtsarzt (Nach Möglichkeit auch nicht vom Amtsarzt an der Costa Blanca Smile ).
Das wurde auch kontrolliert, aber mir ist keine Fall bekannt, bei dem es hierbei zu Problemen kam. Allerdings war ich auch auf keiner "Problem"schule.
Ich kann zu dem Thema auch nur von zwei Schulen sprechen. Einmal die vier Jahre grundschule, in denen man bekanntlich alles macht, was der Lehrer/Lehrerin sagt  :angel:

Und auf meiner andern Schule gabs dann eben die gewissen Spielräume. Dort war ich nämlich in der siebten oder achten Klasse mal für zwei Wochen beurlaubt und für diese zwei Wochen musste mein Vater jede Menge Papierkram erledigen, um die Genehmigung vom Direktor persönlich zu bekommen. Wäre dass nochmal notwendig gewesen, hätte sich mein Vater die Formalitäten erspart und mir einfach eine Entschuldigung geschrieben. Deswegen beschäftigt mich die Frage so. Denn halbwegs braven Schülern (so einer war ich  winken), bei denen solche Fehlzeiten die Ausnahme sind, kann doch wirklich nichts passieren. (Außer eben der Vermerk im Abschlusszeugniss)

Ich bin allerdings in Hessen zur Schule gegangen. Das Schulsystem hier gilt allgemein als nicht so streng  Smile Wird glaube ich sogar schlimmer. Eine Freundin von mir ist seit kurzem Grundschullehrerin und dort gibt´s wohl mittlerweile "Kuschelecken"  unter die Lupe nehmen Sehr lebensnah... Bin auf das Gesicht der Schüler gespannt, wenn die nach der Schule im Büro die Kuschelecke suchen...
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« Antworten #2 am: 24. Aug 2008, 22:11 »

... in dem waren nur entschuldigte Fehlstunden  Smile

Da hat man wohl dazugelernt lacht . Jetzt stehen da NUR noch unentschuldigte Fehltage Wink. Zumindest bei uns.

Praktischerweise konnte man sich die Entschuldigungen am Ende ja auch selbst schreiben, was dazu geführt hat, dass einige Lehrer (nicht alle) die Fehlzeiten schon gar nicht mehr kontrolliert haben. Fand ich gut, weil das ganze System mit selbstgeschriebenen Entschuldigungen einfach nur unsinnig war. Wirkliche Probleme gab´s nur bei Klausuren, zu denen ab der Oberstufe immer ein amtsärztliches Attest fällig war, während zuvor die Entschuldigung der Eltern völlig ausreichend war (Das war wirklich hart.).

Stimmt, selbst geschriebene Entschuldigungen sind unsinnig, da hast du Recht, deswegen gibts die bei uns auch nicht  so nicht. Nur mit Nachweisen für Freistellungen (Einladungsschreiben, Arztbestätigung etc.).

Und auf meiner andern Schule gabs dann eben die gewissen Spielräume. Dort war ich nämlich in der siebten oder achten Klasse mal für zwei Wochen beurlaubt und für diese zwei Wochen musste mein Vater jede Menge Papierkram erledigen, um die Genehmigung vom Direktor persönlich zu bekommen.

Beurlaubungen sind generell möglich, aber nicht, um in die Ferien zu fahren lacht.


Ich bin allerdings in Hessen zur Schule gegangen. Das Schulsystem hier gilt allgemein als nicht so streng  Smile Wird glaube ich sogar schlimmer. Eine Freundin von mir ist seit kurzem Grundschullehrerin und dort gibt´s wohl mittlerweile "Kuschelecken"  unter die Lupe nehmen Sehr lebensnah... Bin auf das Gesicht der Schüler gespannt, wenn die nach der Schule im Büro die Kuschelecke suchen...

Jetzt weiß ich, warum Hessen vor einigen Jahren so händeringend Lehrer suchte krümmt sich vor Lachen auf dem Boden. Weil dort das Schulsystem so lasch ist Smile. Gut, dass ich nicht da arbeite Wink.
Übrigens, was die Kuschelecken angeht, da gebe ich dir Recht. Die mag ich auch nicht und die gibt es hier leider auch. Die weiterführenden Schulen (Realschule, Gymnasium, Hauptschule) müssen es dann in Klasse 5 ausbaden Rolling Eyes. Denn da suchen einige dann tatsächlich ihre Kuschelmatte. Nichts gegen kindgerechte Pädagogik und geeignete Methoden, da bin ich sehr dafür, aber nicht so realitätsfern...
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« Antworten #3 am: 26. Aug 2008, 18:32 »

... in dem waren nur entschuldigte Fehlstunden  Smile

Da hat man wohl dazugelernt lacht . Jetzt stehen da NUR noch unentschuldigte Fehltage Wink. Zumindest bei uns.
Finde ich auch besser so  gut gemacht
Wenn entschuldigte Fehlstunden/-tage im Zeugnis stehen, kann jeder potentielle Arbeitgeber sofort sehen, ob da jemand oft krank war/ist.

Zitat von: violet
Beurlaubungen sind generell möglich, aber nicht, um in die Ferien zu fahren lacht.
Nachdem was ich da miterleben musste, macht das auch niemand nur zum Spaß. Die ganze Bürokratie ist glaube ich nur notwendig, damit niemand auf die Idee kommt, sich beurlauben zu lassen  Smile

Zitat von: violet
Zitat von: DocMcCoy
Ich bin allerdings in Hessen zur Schule gegangen. Das Schulsystem hier gilt allgemein als nicht so streng  Smile Wird glaube ich sogar schlimmer. Eine Freundin von mir ist seit kurzem Grundschullehrerin und dort gibt´s wohl mittlerweile "Kuschelecken"  unter die Lupe nehmen Sehr lebensnah... Bin auf das Gesicht der Schüler gespannt, wenn die nach der Schule im Büro die Kuschelecke suchen...

Jetzt weiß ich, warum Hessen vor einigen Jahren so händeringend Lehrer suchte krümmt sich vor Lachen auf dem Boden. Weil dort das Schulsystem so lasch ist Smile. Gut, dass ich nicht da arbeite Wink.
Die suchen immer noch und werben die Leute mittlerweile aus andern Bundesländern mit Geld ab. Die anderen Länder finden das nicht so toll  Smile


Wie lange darf´/muss eigentlich heutzutage ein Lehrer unterrichten? Waren zu meiner Zeit 23h die Woche und heute musste ich dann im Radio hören, dass Schüler in Bayern ab der zehn ungefähr 35 Wóchenstunden haben. Würde ja bedeuten, dass mittlerweile die Schüler länger als die Lehrer anwesend sind  Confused
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« Antworten #4 am: 26. Aug 2008, 18:47 »


Wie lange darf´/muss eigentlich heutzutage ein Lehrer unterrichten? Waren zu meiner Zeit 23h die Woche und heute musste ich dann im Radio hören, dass Schüler in Bayern ab der zehn ungefähr 35 Wóchenstunden haben. Würde ja bedeuten, dass mittlerweile die Schüler länger als die Lehrer anwesend sind  Confused

Sächsische Lehrer unterrichten 26 Stunden pro Woche. Pro Unterrichtsstunde werden als Pauschalwert ca. 30 Minuten zusätzlich veranschlagt für Vor- und Nachbereitung, Korrekturen, Konferenzen, zusätzliche Aufsichten, Elternabende usw.. Also kommt ein sächsischer Lehrer auf eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 39-40 Stunden, was auch realisitisch ist. Lehrer ist nicht nur "anwesend", wenn man ihn vor der Klasse sieht. Habe heute z. B. 8.00 angefangen und bin 16.00 raus, sprich normale 8 Stunden.

Das Bild vom Lehrer, das manche so im Kopf haben, ist leider eine Illusion. Bin mir sicher, dass manche schnell einen Rückzieher  machen würden vor ihrem "Traumjob", wenn sie mal eine Woche den Job machen müssten  Shocked. Einfach deshalb, weil sie eine ganz andere Vorstellung davon hatten. Natürlich gibt es, wie in jeder anderen Branche auch, schwarze Schafe, die das Image versauen  ziemlich sauer. Aber ich habe kein Problem mit dem öffentlichen Lehrerbild. In Deutschland herrscht freie Berufswahl. Es kann schließlich jeder diesen Job anstreben Wink:

P.S. Übrigens kann "Richie" ein Lied davon singen, was die Zeitkontingente eines Lehrers während der Prüfungskorrekturen angeht lacht. Wie du vielleicht schon gemerkt hast, Doc McCoy, sind wir ein Paar, Richie und ich, deshalb sein Insiderwissen Smile.
« Letzte Änderung: 26. Aug 2008, 18:51 von violet » Gespeichert
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« Antworten #5 am: 30. Aug 2008, 20:19 »

Den Beruf kann sicher jeder anstreben, aber nicht jeder ist dafür geeignet.  (Mich würden daran nur die Verbeamtung und die viele Freizeit reizen Smile ). Viele sind doch gar nicht in der Lage, vor einer Klasse von 30 oder mehr jugendlichen zu bestehen. Mir zum Beispiel würde schlicht und einfach die Geduld hierfür fehlen.
Stells mir auf jeden Fall von Jahr zu Jahr schwerer vor, in dem Job zu bestehen und ich weiß auch von (mindestens) einem Fall an meiner alten Schule, wo ein Lehrer wegen der psychischen Belastungen nur noch eine begrenzte Zahl von Stunden unterrichten darf. Die Schule war jetzt zwar kein sozialer Brennpunkt, aber der Mann war einfach ungeeignet für den Beruf, was dann auch von uns gnadenlos ausgenutzt wurde...
Das öffentliche Lehrerbild ist wirklich ein bisschen seltsam. Auf der einen Seite betonen alle wie wichtig das Thema Bildung für die Zukunft ist, aber dann kommt ein Herr Schröder und spricht von "faulen Säcken". Macht nicht unbedingt Sinn...
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« Antworten #6 am: 30. Aug 2008, 20:35 »

Nun ja, Verbeamtung... Das kommt doch sehr aufs Bundesland an Wink. Ich zum Beispiel arbeite im Angestelltenverhältnis. Das ist in Sachsen eben so. Und wenn du mit Freizeit die vielen Ferien meinst, dann ist das korrekt. Keine Berufsgruppe hat so viel "Urlaub". Das genieße ich auch. Entschädigung sozusagen lacht! Im normalen Arbeitsalltag ist es mit der Freizeit nicht so schlimm. Genauso wenig Zeit wie der Durchschnittsberufstätige, würde ich sagen Smile.
Das Problem ist, dass in Deutschland jeder auf das Berufsziel Lehramt hinstudieren darf ohne Eignungstests. Weder psychische, noch körperliche (langes Stehen, Stimmbelastung usw.). Dass man nicht geeignet ist, merkt man maximal am Ende des Studiums oder frühestens während der ersten Praktika. Da hat man aber schon viel Zeit verschwendet. Wer sich aber absolut nicht damit anfreunden kann, sollte selbst in dem Stadium noch aussteigen, denn das muss man sich dann nicht antun.
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