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Autor Thema: Mehr als 1/3 aller Lehramtsstudenten für Beruf ungeeignet  (Gelesen 3329 mal)
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Mitglied durch Treffen überprüft Krebsi
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« am: 30. Dez 2006, 04:40 »

ARD Videotext:

Eignungstest für angehende Lehrer

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Erdsiek-Rave, hat ihre Forderung nach einem Eignungstest für Lehramtsstudenten bekräftigt.

Hintergrund ist eine Studie der Universität Potsdam, wonach mehr als ein Drittel aller Lehramtsstudenten für den Beruf nicht geeignet seien.

Der richtige Zeitpunkt eines Tests sei am Ende der Bachelor-Phase, also vor dem Masterstudium .... bla ....
Die Kultusminister sollen sich im März damit befassen.
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« Antworten #1 am: 30. Dez 2006, 11:12 »

Bis zum Bachelor haben die dann alle 3 Jahre umsonst studiert oder wie Smile sehr tolle Idee *hut-zieh*

Geo
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« Antworten #2 am: 30. Dez 2006, 12:58 »

grundsätzlich ist gegen einen "eignungstest" nichts einzuwenden, aber am ende des studiums ist das doch wohl wirklich etwas spät!!
da sollte man sich doch mal überlegen, warum 1/3 der studenten nach 3 jahren studium nicht geeignet sind.... liegt vielleicht auch an den studieninhalten!!

außerdem ist es doch wohl ungerecht, wenn lehramtstudenden einen test machen müssen...und alle anderen werden so nach ihrem studium mit ihrem (mehr oder weniger) wissen auf die menscheit los gelassen.
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« Antworten #3 am: 30. Dez 2006, 14:05 »

Jetzt ma etwas von nem Lehramtstudent  Smile

Ich find so nen Test echt sinnvoll, nur nach dem Bachelor-Abschluss einfach zu spät! Ich mach ja noch na alter Lehramtsordnung, also mit Staatsexamen, wenn die mir nach dem ersten Staatsexamen erzählen würden, ich wär ungeeignet... fand ich echt doof, dann wären alle Semester umsonst gewesen. Ich weiß ja nich wie das in den Bachelor-Modulen is, aber auf Staatsexamen sind die pädagogischen bzw. didaktischen Veranstaltungen auf ein Minimum gekürzt. Außerdem macht man ingesamt 14wochen Praktikum, was ich für diesen Beruf echt wenig finde. Deshalb merken leider auch viele erst im Referendariat, dass sie in diesem Beruf nicht glücklich werden.
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« Antworten #4 am: 30. Dez 2006, 14:16 »

Also wir stellen fest: Test gut - aber bitte nicht zu spät ansetzen...

Naja, leider stellt man aber auch immer wieder fest, dass sich manche Lehrer nach einigen Jahren (wenn dann die Motivation nachlässt) als ungeeignet herausstellen, was will man gegen die machen?

Geo
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Mitglied durch Treffen überprüft Lars
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« Antworten #5 am: 30. Dez 2006, 17:50 »

Also ich glaube, es ist etwas anderes gemeint.

Bei uns im Studiengang (und laut internationalem Vorbild) ist das Bachelor/Master-System so aufgebaut, daß man im Bachelor das eigentliche Fach "studiert", also das Fachwissen erlernt, um in dem Bereich später tätig zu sein (aber nicht als Lehrerer/Prof).

Im Master wird dieses Wissen dann so erweitert, daß man sein eigenes Wissen an andere weiter geben kann - also daß man danach selbst lehren kann. Und man über den Rand seiner eigenen Fachrichtung hinaus blicken, bzw. sich selbst weiterbilden kann.


Von daher ist die Aussage
Zitat
Der richtige Zeitpunkt eines Tests sei am Ende der Bachelor-Phase, also vor dem Masterstudium ....

garnicht sooo falsch kopfkratz
Denn was bringt es Studenten auf Lehrerfähigkeit zu testen, wenn sie daimit vielleicht garnichts anfangen wollen (wenn sie nur den Bachelor machen)? kopfkratz


In Deutschland wird das Bachelor-Master-System leider oft verhunzt - man sagt dann, der Bachelor sei "das halbe Diplom" und eigentlich nix wert.  grrrrr!
Darum halten viele Unis sich auch nicht an das übliche internationale vorgehen, sondern ändern einen Dimplomsstudiengang einfach in Ba/Ma-Studiengang durch Teilung des Stoffumfangs in der Mitte grrrrr!

International gesehen ist das schon seit Jahren anders, nur die dummen deutschen Firmen (und damit die meisten Unis) kochen wiedermal ein extra Süppchen...
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Ex-Maria
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« Antworten #6 am: 02. Jan 2007, 14:10 »

mit ba und ma ist das wohl wie mit allem, was aus dem angelsächsichen raum kommt. deren system wird als dem dt. überlegen angesehen. kaum jemand fragt noch, ob das wirklich so ist...
 um sich durch "international" vergleichbare studiengänge weltläufigkeit in die verstaubten dt. universitäten zu holen, wird dann ohne nachzudenken ein überwiegend bewährtes system abgeschafft.
die frage, ob die diplomstudiengänge nicht auch gute seiten haben, hat sich vermutlich niemand gestellt. war wahrscheinlich auch nicht nötig, da ohnehin meist das vordiplom einfach nur in bachelor umbenannt wurde.

zu den tests: sinnvoll wären hier wohl nur eignungsprüfungen vor studienbeginn. alles andere ist den studenten, die sich mehrere semester in überfüllten veranstaltungen plagen und dafür tausende euro bezahlen, nicht zuzumuten.
nebeneffekt der tests dürfte aber sein, dass bestimmte studiengänge nicht mehr ausreichend besetzt werden können.
wäre ja erfreulich, wenn es zu einem mangel an juristischem nachwuchs käme, aber bei lehrern? das drittel, was für den lehrerberuf ungeeignet ist, landet dann vermutlich in kindergärten...
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« Antworten #7 am: 06. Feb 2007, 09:38 »

Hier mal was von einem Lehramtsstudent dazu.

Ich muss Tigerlilly recht geben. Ich studiere auch noch nach der alten Ordnung und somit auf Staatsexamen. Und ich stelle auch immer wieder fest, dass das Pädagogische und Psychologische Studium wirklich nur auf ein Minimum festgelegt ist. Wirklich viel nützliches lernt man dabei nicht.

Die wirklich wichtigen Sachen, wie die Schulpraktischen Übungen (habe ich dieses Semester gemacht und die waren echt hilfreich) sind halt auch nicht wirklich groß angelegt. Im Studium wird man aufs fachwissen getrimmt. Auch wichtig, aber nicht das wichtigste. Man lernt so viel, was man nicht braucht und die wirklich wichtigen Sachen, die man dann den Schülern (ich rede jetzt vor allem bei mir von Mathe) bebringen muss, die muss man sich selbst aneignen. Ich wollte kein Mathe-Diplom studieren und muss es nun mehr oder weniger. Da sollten sie schon auf andere Sachen wert legen.

Und noch ein wichtiger Grund, waurm viele nicht geeignet sind. Das Lehramtsstudium ist ein Mode-Studium geworden. Es verspricht Aussicht auf einen guten Job und das ist es ja was man heutzutage braucht. Wer also nicht weiß, was er werden will, wird halt Lehrer. Diesen Eindruck habe ich zumindest. Das ist nicht bei allen so, aber schon bei einigen.

Und deswegen finde ich einen kleinen test gar nicht so schlecht. Am Anfang des Studiums. Das mussja nichts kompliziertes sein. Vielleicht, dass man einen kurzen Sachinhalt (der ohne komplikationen und Schwierigkeiten ist) erläutern soll.
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« Antworten #8 am: 06. Feb 2007, 11:21 »

Und noch ein wichtiger Grund, waurm viele nicht geeignet sind. Das Lehramtsstudium ist ein Mode-Studium geworden. Es verspricht Aussicht auf einen guten Job und das ist es ja was man heutzutage braucht. Wer also nicht weiß, was er werden will, wird halt Lehrer. Diesen Eindruck habe ich zumindest.
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« Antworten #9 am: 07. Feb 2007, 10:08 »

... und früher war es das BWL-Studium Rolling Eyes

Naja solche Mode-Studien wird es immer wieder geben. Da kann man leider nichts machen. Ist halt nur schade, dass es sich ja doch wieder auf unsere Bildung auswirkt. Denn nicht alle werden erkennen, dass sie nicht für den Job gemacht sind. Und deutschland liegt in der Bildung ja doch noch nicht so weit vorne. Das liegt sicher nicht nur an den Lehrer (ich rede mal nciht weiter über unser Bildungssystem), aber es ist sicher auch eine Ursache...
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« Antworten #10 am: 07. Feb 2007, 10:58 »

Ich frage mich nur, warum dann die Prüfungsbestimmungen nicht härter sind - so könnte man Spreu von dem Weizen trennen. Nur wenn man das Wissen im Kopf hat heißt es nämlich noch lange nicht, dass man es als Lehrer gut den Schülern übermitteln kann.

Ich hatte z. B. einen Lehrer in Buchführung/Rechnungswesen, der zuerst als Finanzfuchhalter gearbeitet hat und nachträglich Lehramt studierte. Der mann war intelligent und hatte wirklich viel Ahnung von der Materie - aber er konnte es schlecht nachvollziehbar erklären und bei uns in der Klasse kamen nur die wenigen mit. Man musste zu Hause selbst viel tun und lesen um ihm zu folgen. Ich hatte zum Glück den Vorteil nebenbei im Büro zu jobben, wo ich auch Buchhaltung machte und konnte das praktische mit dem theoretischen gut verbinden.

Solcher Mensch dürfte meiner Meinung nicht unterrichten - zumindest keine Klasse die diesen Gebiet erst kennenlernt.

Fazit: 3/4 der Klasse hatte Probleme mitzukommen und hatte schlechte Noten.
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« Antworten #11 am: 07. Feb 2007, 11:29 »

das ist es ja. Beim Studium wird zu wenig Wert auf die Vermittlung von Wissen gelegt. Was nützt es mir, dass ich das gleiche Wissen wie ein Mathe-Diplomer habe (was ich nicht brauche), dafür aber in didaktik keine wirkliche Ahnung habe (jetzt sehr übertrieben ausgedrückt) UNd was hilft es mir, dass ich weiß, wie ich Kinder Mehrsprachig unterrichten kann und dafür keine wirkliche Ahnung habe, wie ich ihnen im Französischen wirklich gut Grammatik vermitteln kann??? (Beispiel fiel mir grad ein, weil ich diese Semiare dieses Jahr so belegen musste).

Ein Lehramtsstudium sollte meiner Meinung nach ein wenig anders aufgebaut werden. Mehr Wert auf Methdoik und Didaktik legen. Klar ist das Fachwissen auch von großer Bedeutung. Sonst tanzen dir die Schüler irgendwann auch auf der Nase rum. Aber man muss schon Prioritäten setzen.
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« Antworten #12 am: 07. Feb 2007, 13:04 »

Wie läuft das hier eigentlich ab? Also in Polen z. B. hatten wir oft junge Lehrer / Studenten, die z. B. 1 Monat lang uns unterrichtet haben. Hinten saß der Lehrer und noch jemand (Prüfer oder sonst wer) und hat sich den Unterricht von dem Studenten angeschaut und bewertet. Läuft das hier genauso?
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« Antworten #13 am: 07. Feb 2007, 20:40 »

@Luna Während des Studiums muss man schon Praktika ablegen von mehreren Wochen und nach dem Studium muss man z. B. in Sachsen einen 2-jährigen Vorbereitungsdienst absolvieren, in dem man bis aufs Blut geknebelt wird. Nach den zwei Jahren muss man wieder Prüfungen ablegen, Lehrproben und Theorie und erst DANACH  Surprised ist man "richtiger" Lehrer Wink. Die Dauer des Vorbereitungsdienstes kann von Bundesland zu Bundesland verschieden sein.
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« Antworten #14 am: 08. Feb 2007, 00:01 »

Dann frage ich mich, warum es trotzdem viele unfähige Lehrer gibt. Gut, manche sind schon etwas älter und vielleicht gab es damals andere Bestimmungen. Ich finde sowieso, dass die Lehrer in Deutschland viel zu lange arbeiten müssen.

@vio, gibt es eigentlich auch in der Zeit danach (nachdem man die Ausbildung abgeschlossen hat) noch Überprüfung der Lehrerqualitäten?
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« Antworten #15 am: 08. Feb 2007, 04:53 »

@luna Ja, es gibt dienstliche Beurteilungen, die eher was für den eigenen Egotrip sind lacht
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« Antworten #16 am: 08. Feb 2007, 11:50 »

Aber wie sieht denn sowas aus? Schaut jemand dem Unterricht zu? Schaut man, welchen Notendurchschnitt die Schüler haben?
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« Antworten #17 am: 08. Feb 2007, 14:33 »

Also ich kann nur sagen, wie bei uns die Ausbildung so abläuft...

Man hat erstmal während des Studiums sogenannte Schulpraktische Übungen. Da ist man ein Semester lang einmal in der Woche für eine Stunde in der Schule. Das machen immer so vier Studenten zusammen. Jede WOche ist einer von ihnen dran, die Stunde zu halten. Danach wird dann ausgewertet. (Übrigens eine gute Übung - nur für ein Semester zu kurz)

Dann gibt es die Schulpraktikas. Also in Sachsen-Anhalt sind das 2 Stück. Da ist man jeweils vier Wochen in einer Schule. Man muss in den vier Wochen 20 Unterrichtstunden halten und in 20 UNterrichtsstunden (min.) hospitieren. Inwiefern man dann eine Auswertung da bekommt weiß ich nicht. Weil das auch nicht direkt von der Uni organisiert ist.

Und dann gibt es die Referendarzeit. Die ist nach dem eigentlichen Studium also wenn man das erste Staatsexamen schon hat. Da unterrichtet man dann über zwei Jahre an einer Schule. Noch mit etwas weniger Stunden als ein "richtiger" Lehrer. Wenn man diese Zeit dann beendet hat, kommt das zweite Staatsexamen. NOchmal mit Prüfungsstunden ....
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