Kinder verhalten sich nur so, wie sie erzogen werden.
Wenn man sie mit Geschenken überhäuft, freuen sie sich natürlich nicht mehr über "Kleinigkeiten".
Das stimmt allerdings. Habe bei meinen beiden Söhnen (mittlerweile 13 und 18) einige Facetten des Schenkens und des Beschenktwerdens erlebt.
Als der Große vier Jahre alt war und ihm zum ersten Mal die Christbescherung bewußt wurde, dachte er auch man kann alles bekommen, was man sich nur wünscht. Es war aber auch eine Zeit in der die Paten, unsere Geschwister und auch die Großeltern nur Spielsachen (Unsinniges, Ferngesteuertes und Lautes) schenken wollten, um besonders gut auf den Knirps zu wirken. Natürlich sah er mein Geschenk (Jeanshose, Sweat-Shirt, Jogging-Anzug) erstmal nicht mit dem A**** an, betrachtete es nicht mal als solches. Er hatte auch nicht die Zeit dazu, weil er die neuen Spielsachen alle ausprobieren musste. Nach einiger Zeit war fast alles kaputt und erst dann hat er seine Klamotten als Geschenk bemerkt. Ich hatte alles unter dem Baum liegen lassen.
Erst nach Rücksprache mit den Schenkenden, wurde vereinbart in Zukunft sinnvoll zu schenken und nicht mehr auf´s "gerade wohl". So kam es dann, dass er im Jahr darauf "ein" Spielzeug, "ein" Spiel (Gesellschaftsspiel) und sonst nur Anziehsachen unter dem Baum fand. Da hatte er dann Zeit sich alle Geschenke anzugucken. Ich bestärkte ihn in seiner Freude, indem ich bei jedem Teil meinen Kommentar dazu abgab...."ooooh, eine Hose... mit Flicken drauf... so eine wolltest du doch immer oder???"" usw. Dazu kam, dass wir auch unseren kleinen Sohn schon hatten. Dem hatten wir pro Forma einen Nachttopf und Babybrei unter den Baum gelegt. Der Große seinerseits machte diese Geschenke dem Baby schmackhaft: "guck mal feiner Breeeeei, das schmeckt dir bestimmt!" Über Jahre hinweg ging das so... wenn es machbar war, wurde "ein" Wunsch erfüllt und der Rest war Überraschung. So kam es, dass meine Kinder nie dem Wunsch-Wahn verfallen konnten.
Heuer hat der Große von uns Schuhe ( OK, NIKE) geschenkt bekommen und der Kleine hat sich für sein Zimmer neue Gardinen gewünscht. Die hatte ich ihm dann im Dezember selber genäht.
Das sind die Geschenke:


Unter dem Baum lagen dann zwei Gutscheine (mit den jeweiligen Fotos drauf) mit dem Vermerk "wurde schon eingelöst". Trotzdem haben sie gestrahlt und sich gefreut, dass wir Weihnachten feiern.
Anmerkung: Von den Großeltern bekommen sie mittlerweile Bargeld geschenkt. Dieses sparen die Jungs sich dann für größere Planungen.