mist, das hab ich erst jetzt gelesen!
aber dafür hab ich mir letzte nacht nochmal gedanken über "the call" gemacht.....
als ich in dieser richtung noch mehr aktiv war, hätte mich z.b. diese evangelische reporterin da total angenervt! dieses wischi-waschi-christsein mit politisch korrekter meinung: "beten gehört für mich in die stille" blabla...
ich habe die leute der bewegung immer sehr cool erlebt, muß ich sagen, man erlebt echt die krassesten dinge, heilungen, gebetserhörungen, und das ist sooo genial zu sehen! und man hat einfach einen radikalen lebensstil und durch die beziehung zu gott auch nicht das gefühl, daß einem etwas fehlt! man lebt irgendwie ziemlich integer, muß ich sagen und das ist cool!
ich hab auch auf der straße leute angelabert (mach ich manchmal immer noch) und es haben sich teilweise wirklich gute gespräche ergeben. wenn die leute nix wissen wollten, hab ich sie auch in ruhe gelassen und sofern man den anderen mit respekt behandelt und ihm nicht den eigenen glauben aufzwingen will, ist am -vom artikel als "missionieren" bezeichnet- auch nichts dabei, finde ich.
mein ausbruch aus dem behüteten christsein kam dann durch verschiedene psychische probleme, die ich hatte (hatten nix direkt mim glauben zu tun), durch andere freunde (ich hatte immer schon hauptsächlich nichtchristen als freunde), freunde mit recht harten problemen und eine aus christensicht sehr problematisch beurteilte beziehung. da wurden mir persönlich "diese ganzen christen", die schönwetterchristen und bibelschüler einfach zu viel mit ihrem "gott fordert von dir".
in der zeit, in der ich dabei war, hab ich das gar nicht so wahrgenommen, mit dem "gott fordert", erst als ich eben dann probleme hatte, hab ich gemerkt, woran ich in den jeweiligen gruppen und gemeinden bin.
ich mag the call deswegen, weil ich bei vergleichbaren veranstaltungen gott sehr fett erlebt habe, weil ich gute begegnungen mit menschen hatte, die es wirklich (in positivem sinne) ernst gemeint haben mit dem glauben und einfach einen hunger nach gott hatten.
ich mag an der richtung von the call nicht, daß oft nicht gesehen wird, wo leute sich nicht aus böser absicht "falsch" verhalten, sondern weil sie einfach probleme haben und daß ein viel zu starkes schwarz-weiß-denken und fordern da ist.
ich würde niemals so ein larifari-christentum bevorzugen, das ich mit der reporterin in verbindung bringe, aber ich denke auch nicht mehr ganz so extrem.
früher war ein großes vorbild von mir michael l. brown, der auch bei the call dabei ist und gründer und präsident einer bibelschule in florida ist. er war ursprünglich jude, hat sich als teenager in einer antiautoritären schule (68er) dann bekehrt und sein leben und seine predigt hat mich sehr fasziniert. laut einer freundin von mir, die ihn persönlich mehrmals erlebt hat, hat er sich aber auch verändert..
mittlerweile (um mein eigenes erleben mit radikalen und nicht-radikalen gruppen) zu vervollständigen, fühle ich mich sehr zuhause bei den jesus freaks, als jesus freak, und kann mir momentan gar nix anderes mehr vorstellen. die gemeinde ist einfach für die kaputten da, das war das ziel und das bleibt es. ich habe in der gemeinde die radikalität gefunden, die ich an the call bewundert habe und mir fehlen -gott-sei-dank- die verurteilungen, die ich bei "diesen christen da" (allgemein, nicht auf the call bezogen) als so negativ erlebt habe.
ich wollte diese gedanken einfach noch loswerden, vielleicht interessiert's ja den einen oder anderen.
krebsi, es wäre schön, wenn du von deinem eindruck und der reportage schreiben könntest.
